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29.08.2017

Stark in Bewegung: Der deutsche Markt für P2P-Zahlungen

Eine ganze Schar von P2P-Payment-Anbietern tummelt sich mittlerweile auf dem deutschen Markt. Welche Anbieter derzeit mitspielen und wie Experten den Markt einschätzen, lesen Sie in unserer Marktübersicht.

Grundsätzlich bezeichnen Peer-to-Peer-Zahlungen den Austausch von Geld zwischen zwei Parteien auf digitalem Weg. Anders als herkömmliche Online-Überweisungen sollen derartige mobile Zahlungen einfach, bequem und sicher sein – wie die jeweiligen Anbieter zusichern. Wichtigstes Kriterium ist jedoch die Schnelligkeit. So wechseln die Geldbeträge beim P2P-Payment innerhalb weniger Sekunden den Besitzer.

Vier Kategorien an P2P-Anbietern
Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen P2P-Anbieter in Deutschland laut Payment- und Fintech-Experte Jochen Siegert in vier Kategorien einteilen. So zählen zum Beispiel Cringle, Lendstar oder Elopay zu den reinen P2P-Anbietern. Klassische P2P Banking Apps sind beispielsweise Kwitt der Sparkassen, die App der mobilen Bank N26 oder die Anwendung „Geld senden und empfangen" der Volks- und Raiffeisenbanken.

Überdies gibt es P2P Services der Kartenorganisationen wie MoneySend von Mastercard oder VISA Direkt von VISA. P2P als Feature in Online-Bezahlverfahren bieten neben PayPal auch paydirekt, kesh, cashcloud und Skrill. Und als so genannte „Cost-Splitting-Apps" zwischen Privatpersonen, die dann gegebenenfalls auch andere Zahlmethoden für das operative Payment eingebunden haben, nennt Siegert FriendCash, colleqt, flatastic oder auch Splittr. „Jedes Jahr drängen in Deutschland neue P2P-Anbieter auf den Markt, andere verschwinden wieder. Dies zeigt die unten stehende Grafik, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt", erklärt Siegert.

(Quelle: https://paymentandbanking.com/infografik-p2p-payment-landscape-germany/)

Als jüngstes Mitglied im Kreis der P2P-Anbieter hat sich im Juli auch paydirekt zu Wort gemeldet und angekündigt, dass sich Privatpersonen und Kunden ausgewählter deutscher Institute in einer Betaphase ab sofort Geldbeträge über die paydirekt-App von Smartphone zu Smartphone senden können.

P2P-Zahlungen in der Praxis
Ein Beispiel: Im Fall von paydirekt öffnet der Nutzer die App, wählt die E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer des Empfängers aus, gibt den Geldbetrag ein und bestätigt die Zahlung mit „senden". IBAN oder TAN müssen nicht eingegeben werden. Ist der Empfänger mit diesen Kontaktdaten bereits bei paydirekt registriert, wird ihm das Geld direkt auf seinem Girokonto gutgeschrieben. Doch auch Privatpersonen, die nicht bei paydirekt angemeldet sind, können Geld empfangen. „Die neue Funktion soll mobiles Bezahlen praktischer und bequemer machen ohne auf die Sicherheit der deutschen Banken verzichten zu müssen", erklärt paydirekt.

Kenner der Szene bezeichnen P2P-Zahlungen nicht als eigenständiges Produkt mit monetarisierbarem Geschäftsmodell, sondern eher als Zusatzangebot. „P2P-Payment ist ein reines Feature, welches idealerweise in Chats, Plattformen, Betriebssystemen oder eben Banking-Apps ‚mitkommt' und voll-integriert Mehrwerte für den Chat, die Plattform etc. stiftet", erklärt Siegert und ergänzt: „Spannend ist das P2P-Feature im ‚Voice'-Kontext. ‚Siri, überweise André zehn Euro' funktioniert schon heute extrem einfach auf jedem iPhone mit der PayPal-App – und schon ist das Geld beim Empfänger."