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29.06.2017

Kartenzahlung wird nun auch für kleine Händler und Handwerker interessant

Das praktische Bezahlen mit der girocard ist für Kunde und Kassenpersonal beim Einkauf im Geschäft an herkömmlichen, universellen Bezahlterminals mit wenigen, gelernten Handgriffen erledigt. Diese klassischen, hochspezialisierten Bezahlterminals, die leicht Hunderte von Transaktionen pro Tag abwickeln können, sind zwar an der Ladentheke gut unterzubringen, für den mobilen Einsatz jedoch zu groß. Um das Bezahlen mit girocard etwa auch mobilen Akzeptanzpartnern zu ermöglichen und für Händler und Dienstleister mit nur wenigen Transaktionen pro Tag günstiger zu gestalten, bedarf es einer schlankeren Technologie. Das neue SmartPOS bietet darauf nun eine Antwort und eröffnet den Weg zu neuen Akzeptanzpartnern.

kartensicherheit.de sprach mit Klaus Bechtold, Geschäftsführer bei REINER SCT, über das neue mobile Kartenterminal cyberJack® POS und über das Gesamt-System girocard SmartPOS, die Vorteile für Händler und Verbraucher und warum das Terminal besonders sicher ist.

 

kartensicherheit.de: Herr Bechtold, wie kam es zu der Idee, ein neues, chip-basiertes mobiles Kartenlesegerät zu entwickeln?
Klaus Bechtold: Um neue Händlerkreise zu erschließen, für die das herkömmliche, hochkomplexe Bezahlterminal nicht in Frage kommt, sucht die Deutsche Kreditwirtschaft neue Wege im Bereich der Terminalarchitektur. Man hat erkannt, dass der Weg zu mehr Kartenzahlung nicht allein über die Karteninhaber geht, sondern Händler und Dienstleister, die aktuell keine girocard-Zahlung akzeptieren, besondere Anforderungen an die Zahlungsabwicklung haben. Entsprechend ergänzte man den Ansatz, um die Akzeptanzpunkte bei denjenigen Händlern zu erhöhen, für die ein traditionelles Terminal zum Beispiel aus Mobilitätsgründen nicht in Frage kam. Für uns war das ein sehr interessanter Ansatz, da wir auf Basis unserer Chipkartenleser für das Online Banking eine ganz neue Geräteklasse entwickeln konnten.

 

Was waren die besonderen Herausforderungen?
Wenn man als erster ein neues Konzept mit entsprechender Spezifikation umsetzt, muss man mit den „Kinderkrankheiten" leben und bei der Interpretation der Aussagen aktiv mitarbeiten. Aber das kennen wir bei REINER SCT auch bereits durch die Realisierung und Zertifizierung der Leser für den neuen Personalausweis. Was bei diesem Produkt noch dazu kam, war die Entwicklungspartnerschaft mit VÖB-ZVD Processing. Hier wurde das Hintergrundsystem für die neue Terminalklasse angepasst. Aber bei allen Herausforderungen muss ich sagen, dass es eine tolle Zusammenarbeit war.

 

Was unterscheidet das cyberJack® POS Terminal von anderen mobilen Kartenlesegeräten?
Es handelt sich um ein „verteiltes und vereinfachtesTerminal". Das bedeutet, dass ein Teil der Sicherheitsfunktionen im Terminal, der andere Teil im Hintergrundsystem liegt. Dadurch sind Anpassungen an neue regulatorische Anforderungen sehr einfach umzusetzen. Durch die Verbindung mit einem Smartphone oder Tablet sind wir mit dem System nahezu komplett ortsunabhängig, ohne die Vorteile der Online-Transaktion aufzugeben. Die technische Spezifikation für diese Terminalarchitektur nutzt eine Besonderheit des girocard Systems: Es ist europaweit das einzige Kartenzahlungssystem, das konsequent ausschließlich auf der fälschungssicheren Chiptechnologie beruht. Damit verlagern sich hardwaretechnische Sicherheitsmaßnahmen vom Terminal auf den Karten-Chip. Weil beim Terminal im girocard System nur Hardwaremaßnahmen zur Sicherung der Integrität von Software und Nachrichten nötig sind, lassen sich die so genannten „vereinfachten Terminals" realisieren, die rein auf die Verarbeitung des Chips spezialisiert und somit günstiger in Produktion und Anschaffung sind – bei gleichbleibend hoher Sicherheit für Händler und Kunde.

Wir konzentrieren uns mit dem cyberJack® POS somit ausschließlich auf Zahlungen im girocard-System, was es für die Händler deutlich einfacher macht – bei sehr günstigen Konditionen. So ist die Lösung auch dann attraktiv, wenn der Händler nicht so viele Transaktionen hat.

 

Wie funktioniert der cyberJack® POS genau und welche Vorkehrungen muss der Händler treffen?
Der cyberJack® POS arbeitet immer mit einer App zusammen, welche als Kasse funktioniert und zu Beginn aus dem App-Store auf dem Smartphone oder dem Tablet des Händlers installiert wird. Der Verkäufer gibt dann auf diesem Gerät den Bezahlbetrag ein, der an das Hintergrundsystem von VÖB-ZVD gesandt wird. Von da aus erfolgt dann die Transaktionsabwicklung zwischen Hintergrundsystem und cyberJack® POS. Das Smartphone stellt somit keine sicherheitskritische Komponente dar, kann jederzeit ausgetauscht werden und bedarf keiner besonderen sicherheitstechnischen Betrachtung.

Der zahlende Kunde muss lediglich seine Karte in das cyberJack® POS stecken. Über das Display sieht er die Bezahldaten und gibt zur Bestätigung seine PIN ein – fertig! Über den Fortschritt der Transaktion werden Händler und Kunde jederzeit informiert, so dass der Verkäufer, falls nötig, Hilfestellung geben kann.

 

Warum ist Ihr Terminal besonders sicher? Gibt es besondere Sicherheitsfeatures?
Der cyberJack® POS erfüllt komplett die erforderlichen Sicherheitsvorgaben der DK. Damit war Sicherheit von Anfang an ein wichtiges Entwicklungsziel, zumal REINER SCT ja seit Jahren für seine sicheren Geräte bekannt ist. So sind beispielsweise die im Gerät vorhandenen Schlüssel für das girocard-System durch ein besonders ausgeklügeltes Verfahren gegen Angriffe geschützt. cyberJack® POS vereint damit die durch das DK-Sicherheitsgutachten bestätigte Sicherheit mit einer sehr kompakten Bauform des Gerätes.

 

Was sind die Vorteile für Händler? Erhalten sie eine Zahlungsgarantie?
Ja, der Händler hat systembedingt eine Zahlungsgarantie, da wir mit cyberJack® POS eine echte girocard Zahlung mit Chip und PIN durchführen – was bei manchen Mitbewerbern von mobilen Terminals nur als Lastschriftverfahren erfolgt. Somit kann der Händler seinen Kunden immer und überall das moderne und weit verbreitete Bezahlen mit der girocard anbieten.

 

Für wen kommt das neue Terminal in Frage?
Der cyberJack® POS kommt vor allem Händlern zu Gute, die bislang keine Kartenzahlung anbieten (konnten). So können z.B. Wochenmarkt-Händler, Handwerker beim Vorort-Termin, Schlüsseldienste, Zustelldienste (vor allem sogenannte „Pizza-Dienste"), Möbellieferanten etc. von dem sicheren, bewährten Bezahlen mit girocard profitieren. Ein echter Service am Kunden, der gleichzeitig zu mehr Umsatzmöglichkeiten und weniger Bargeld in der Kasse führt.

 

Und wie profitieren die Verbraucher?
Kunden können künftig dort, wo bislang das Bargeld dominierte ganz bequem bargeldlos mit ihrer girocard zahlen. Wenn der Betrag für die Pizzabestellung an der Haustür zum Beispiel höher ist als erwartet und das Bargeld einmal nicht ausreicht, kann künftig ganz einfach die girocard gezückt werden.

 

Welche Transaktionsgebühren werden für Händler und Verbraucher bei Zahlungen über Ihr Terminal fällig?
Günstige Konditionen sind ein wichtiger Bestandteil der Idee des Terminals. So werden dem Händler vergleichsweise günstige 0,85% des Transaktionsbetrags in Rechnung gestellt – und dies beinhaltet bereits das Autorisierungsentgelt der Kreditwirtschaft von maximal 0,2% und die damit einhergehende Zahlungsgarantie. Für Verbraucher ist es – wie auch bei anderen Bezahlungen mit der girocard – kostenfrei.

 

Ab wann und wo können die Händler das Terminal erwerben?
Das Terminal ist bereits direkt bei REINER SCT erhältlich. Zum anderen wird es in den nächsten Tagen auch in Elektronikmärkten wie Conrad, Media Markt oder Saturn und online direkt bei REINER SCT erhältlich sein und von Banken für deren Geschäftskunden (z.B. Handwerker) angeboten werden. Die letzten Feinabstimmungen zur Registrierung der jeweiligen Händler im System „girocard SmartPOS" laufen gerade und damit hat der Händler alles, was er für die Akzeptanz der girocard braucht.

 

Was hat der Pilottest hinsichtlich der Verbraucher gezeigt? Vertrauen sie dem neuen SmartPOS?
Es hat sich gezeigt, dass die Verbraucher es schätzen ihre bewährte und sichere girocard auch dort einsetzen zu können, wo bislang nur Bargeld oder für Verbraucher eher unbekannte elektronische Bezahlsysteme zum Einsatz kommen.

 

Herr Bechtold, ganz herzlichen Dank für das Gespräch.

 




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